Fakten und Wissenswertes über Marokko
 
Landesname
Die europäische Bezeichnung Marokko leitet sich von der ehemaligen Hauptstadt Marrakesch ab. Diese Bezeichnung hat sich international durchgesetzt. Die Marokkaner selber nennen ihr Land offiziell „Maghrebinisches Königreich”, auf arabisch „al-Mamlaka al-Maghribīya“. Maghreb heißt „Westen” oder wörtlich: Ort, wo die Sonne untergeht. 1989 haben die Staaten Algerien, Libyen, Tunesien, Mauretanien und Marokko die multinationale Union des Arabischen Maghreb gegründet.
 
Lage und Größe des Landes
Das Königreich Marokko liegt im Nordwesten Afrikas. Marokko ist wie kein anderes Land Nordafrikas mit Europa verbunden da es nur durch die „Strasse von Gibraltar”, etwa 15 Km von dem europäischen Kontinent getrennt ist. Im Nordosten und im Osten grenzt Marokko an Algerien im Süden an Mauretanien und im Norden grenzt es mit knapp 300 km Küstengebiet an das Mittelmeer. Westlich grenzt Marokko an den Atlantik. Die Atlantikküste umfasst etwas mehr als 3.000 km (mit Westsahara). Die Bergregion Marokkos umfasst das Rif-Gebirge und die Gebirgszüge des Hohen und des Mittleren Atlas. Leicht bogenförmig dehnt sich der Hohe Atlas im Zentrum des Landes ca. 800 km von Südwesten nach Nordosten aus. Hier wird auch der höchste Gipfel Nordafrikas erreicht, der Jebel Toubkal mit 4.167 m. In der transmontanen Region Marokkos liegt der Anti-Atlas und der Randbereich der Sahara.
Im Vergleich zu seinen Nachbarländern ist Marokko flächenmäßig ein kleines Land. Seine Fläche beträgt 459.000 qkm (zusätzlich ca. 266.000 qkm mit dem völkerumstrittenen Westsahara-Gebiet).
 
Nationalparks und Schutzgebiete
Die mannigfaltige Natur Marokkos umfasst Wüste, Berge und Küstengebiete und das Land besitzt über eine im Mittelmeerraum einzigartige biologische Vielfalt. Diese soll bewahrt werden! Mit der Einrichtung von Nationalparks wurde in Marokko der Grundstein für aktiven Naturschutz gelegt und auch die Bereitschaft zur Nachhaltigkeit wird im Land immer häufiger sichtbar.
Um die Nationalparks in ihrem ursprünglichen Zustand zu erhalten und gegen Beschädigungen und Gefahren zu schützen, sind alle Aktivitäten wie beispielsweise Fischerei und Jagd verboten. Die Fauna soll geschützt und die Wiederbevölkerung – nach Möglichkeit – gefördert werden.
Die wichtigsten Schutzgebietsbereiche in Marokko sind Nationalpark, Naturpark, Naturreservat und Biologische Reserve.

Gegenwärtig gibt es etwa ein Dutzend Nationalparks:
-  Nationalpark Ifrane
-  Nationalpark Souss-Massa
-  Nationalpark Tazekka
-  Nationalpark Toubkal
-  Nationalpark Bas Draa
-  Nationalpark Haut Atlas Oriental
-  Nationalpark D’Iriqui
-  Nationalpark Dakhla (Westsahara)
-  Nationalpark Talassemtane
-  Nationalpark Khenifiss
-  Nationalpark Moulouya
-  Nationalpark Dakhla (Westsahara)
 
Höchste Berge
Die vier höchsten Berge Marokkos sind der Jebel Toubkal (4.167 m) das Dach Nordafrikas, gefolgt vom Berg Ouanoukrim (4.089 m), dem Jbel Mgoun (4.068 m) und dem Jbel n´Nig Oumassine (3.883 m).
 
Wichtigste Flüsse
Moulouya, Sbeou, Oum-Errabia, Tensift, Draa, Ziz, Lukkos
 
Klima
Marokko hat verschiedene Klimazonen; die Temperatur variiert stark nach Saison und Gegend. Im Nordwesten und an den Küsten herrscht mediterranes Klima, im Landesinneren, im Südosten und Süden Wüstenklima – hier kann es während der heissen Sommermonate zu extrem hohen Temperaturen kommen. Dazwischen liegt das Atlasgebirge mit kontinentalem Klima (kalte Winter und warme Sommer). In den Bergen fällt regelmässig Schnee, der bis ins Frühjahr liegen bleibt.
 
Religionen
Die Mehrheit der Bevölkerung sind Muslime (Sunniten der malikitischen Rechtsschule) aber es gibt auch Juden, Katholiken, Einwohner ohne Religion und Ungläubige. Der Islam ist Staatsreligion. Rund 99% der Bevölkerung sind Muslime, davon 90% Sunniten. Geistiges Oberhaupt der marokkanischen Muslime ist der König. Etwa 1% der Marokkaner sind Christen (meist Katholiken) und 0,2% sind Juden.
 
Sprachen
Die beiden offiziellen Sprachen Marokkos sind Arabisch und – seit Annahme der neuen Verfassung – die Berbersprache Tamazight. Das Marokkanische Arabisch (Darija genannt), unterscheidet sich aber vom klassischen Arabisch und wird von ca. 90 % der Marokkaner gesprochen. Gut die Hälfte der Marokkaner beherrscht außerdem eine der verschiedenen Berbersprachen. Die drei weit verbreiteten Berberdialekte sind Tamazight, das in Zentralmarokko üblich ist (hauptsächlich im Mittleren Atlas), Taschelhit wird im Süden, und Tarifit im Norden gesprochen (überwiegend im Rif-Gebirge). Landesweit wird Französisch als zweite Amtssprache und als Handels- und Bildungssprache genutzt. Im Norden und in der Westsahara wird zusätzlich Spanisch gesprochen. Bei der gebildeten Jugend in Marokko gewinnt auch Englisch immer mehr an Wichtigkeit.
 
Die großen Zahlen von Marokko
Bevölkerungszahl: Das Königreich Marokko hat zurzeit rund 34 Millionen Einwohner (Stand 2015). Der große Teil, ca. 60%, lebt in den Städten.
Bevölkerung: Rund 44% arabischstämmige Marokkaner, ca. 45% Berber (einschließlich 21% arabisierte Berber); ca. 60.000 Ausländer (v.a. Franzosen, Spanier, Italiener, Tunesier und Algerier). Nur eine Minderheit der Berber lebt heute noch als Nomaden.
Analphabetenrate: 48%
Durchschnittsalter: 28 Jahre (2015)
Durchschnittliche Lebenserwartung: ca. 75 Jahre (2015)
Arbeitslosigkeit: Laut Statistik lag die Arbeitslosenquote in Marokko im Jahr 2015 bei rund 10%.
 
Politik
Staatsform: Marokko ist eine konstitutionelle Monarchie, die Verfassung stammt von 1972.
Staatsoberhaupt: König Mohammed VI. ist seit 1999 Staatsoberhaupt. Der König ist auch der geistliche Führer Marokkos und Oberbefehlshaber der marokkanischen Streitkräfte.
Unabhängigkeit: Seit 1956 (Am 2. März 1956 wurde Marokko von Frankreich in die Unabhängigkeit entlassen. Im gleichen Jahr zog sich auch Spanien aus Marokko zurück.)
Hauptstadt: Rabat - Rabat ist eine Königstadt. Die vier Städte Marrakesch, Rabat, Fes und Meknès werden als Königsstädte Marokkos bezeichnet. Jede der vier Städte war schon einmal Hauptstadt des Landes. Alle diese Städte teilen sich in zwei Bezirke: Altstadt (Medina genannt) und Neustadt (meistens Nouvelle Ville genannt).
Größte Städte: Zu den größten Städten Marokkos zählen Casablanca, Fes, Marrakech und Tanger.
Nationale Symbole: Der nationale Wahlspruch lautet: Gott, Vaterland, König. Diese Schrift findet man überall in Marokko.
Nationalflagge: Die Nationalflagge wurde 1915 offiziell eingeführt und 1956, im Jahr der Unabhängigkeit übernommen. Sie besteht aus einem roten Grund und einem grünen Pentagramm (fünfzackiger Stern) in der Mitte. Rot war die Farbe der Scherifen von Mekka und Grün ist die Farbe des Islams. Der fünfzackige Stern trägt die Bedeutung der fünf Säulen des Islam.
Berber-Fahne: Sie ist keine offizielle Fahne wie die Nationalflagge, aber für die Berber von grosser Bedeutung. Die Fahne besteht aus drei Farben und einem roten Symbol. Jede Farbe hat eine Bedeutung: Das Blau im oberen Teil bedeutet Meer im Norden und Westen (Mittelmeer und Atlantischer Ozean), das Grün in der Mitte steht für die Landschaft und die Berge, der gelbe Teil unten symbolisiert die Sahara im Süden und Osten. Das rote Symbol ist der Buchstabe „z” im Alphabet der Berbersprache und bedeutet der freie Mensch (Amazigh) oder der stolze Mensch.
 
Wirtschaft
Marokko ist ein Entwicklungsland. Seit seiner Unabhängigkeit hat es eine stabile politische Lage. Marokko nutzt diese Stabilität und seine geographische Nähe zu Europa, um die Wirtschaft anzukurbeln.
Etwa 44 % der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft tätig; 75% der Landwirtschaft werden für den Anbau von hauptsächlich Getreide (besonders Gerste und Weizen), Zitrusfrüchte, verschiedenen Obstsorten und Gemüse genutzt.
Auch die Fischerei hat eine grosse Bedeutung für die marokkanische Wirtschaft. Seine Hauptfischereizentren liegen in den Städten, Tanger, Casablaca, Asafi und Agadir.
Jede Stadt hat ihre speziellen Produkte, z.B. Fes und Marrakesch sind für Metall, Silber und andere Kunsthandwerke bekannt.
Marokko ist weltweit der größte Produzent von Kalziumphosphat und hat weitere bedeutende Mineralvorkommen wie Eisenerz, Kohle, Blei, Zink, Kobalt, Kupfer, Silber und Mangan. Die wichtigsten Exportgüter sind Textilien, Phosphate, Fische, Konserven (Obst, Gemüse und Fisch), Schuhe, Olivenöl und Teppiche. Der Export von Phosphorprodukten, Kleidung und elektronischen Bauteilen hat sich in den letzten Jahren besonders gut entwickelt.
Der Tourismus ist die wichtigste Dienstleistungsbranche in Marokko und bietet auch in der Zukunft Wachstumspotenzial. Zwischen 8 und 10 Millionen Touristen besuchen jährlich das Land. Etwa 80% kommen aus Europa. Marokko gehört somit zu den beliebtesten Destinationen Afrikas.
Mit dem „statut avancé” (fortgeschrittener Status) verfügt Marokko seit 2008 über eine herausgehobene Partnerschaft, die eine engere wirtschaftliche und politische Anbindung mit der Europäischen Union fördert.

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